Kennzeichnung mit begrenztem Informationsgehalt

Nutri-Score kann zur Verbrauchertäuschung werden

sup.- Rot gleich bedenklich und grün heißt gesund? Diese Gleichung geht im Fall der Nährwertkennzeichnung Nutri-Score offensichtlich nicht auf. Auch wenn die Farbskala von dunkelgrün bis signalrot eine Bewertung in gesunde und ungesunde Lebensmittel vermuten lässt, sollten Verbraucher sich nicht täuschen lassen. Das Max-Rubner-Institut (MRI), eine Forschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, hält den Informationswert solcher Kennzeichnungen für begrenzt: „Das heißt beispielsweise im Fall farblich hinterlegter Modelle, dass eine Ernährung ausschließlich mit „grün“ gekennzeichneten Produkten nicht zwangsläufig ausgewogen oder gut für die Gesundheit sein muss.“ Hintergrund dieser Skepsis ist nach Angaben des Wissenschaftspublizisten Detlef Brendel die Tatsache, dass der Nutri-Score lediglich industriell verpackte Waren derselben Produktgruppe miteinander vergleicht. So ist es zu erklären, dass ernährungsphysiologisch eher wertlose Tiefkühl-Lebensmittel mangels gesünderer Alternativen in dieser Gruppe eine Top-Wertung in grün bekommen können, frisches Gemüse aber nicht. In seinem Buch „Schluss mit Essverboten“ (Plassen-Verlag) zeigt Brendel, dass zu einem gesunden Lebensstil wesentlich mehr gehört als ein Ampel-Etikett auf den Lebensmittelpackungen.

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